Angriff auf Israel im Newsticker
Netanjahu schließt generelle Feuerpause im Gazastreifen aus
- Aktualisiert: 07.11.2023
- 05:22 Uhr
- Franziska Hursach
Ministerpräsident Netanjahu schließt generelle Feuerpause im Gazastreifen vorerst aus +++ Jordanien sieht eine Vertreibung von Palästinenser:innen als "Kriegserklärung" +++ Alle Entwicklungen in Nahost im Newsticker vom 7. November.
Das Wichtigste in Kürze
Der israelische Ministerpräsident Netanjahu erwägt bei den Kämpfen im Gazastreifen lediglich "taktische, kleine Pausen" aus humanitären Gründen.
Jordanien hat eine rote Linie gezogen: Versuche, Palästinenser:innen zu vertreiben, wären "Kriegserklärung".
+++ 03:10 Uhr: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat im US-Fernsehsender ABC seinen Standpunkt klargemacht: Er schließt eine längere Feuerpause im Gazastreifen vorerst aus. "Ohne die Freilassung der Geiseln wird es keine allgemeine Feuerpause im Gazastreifen geben", so Netanjahu.
Was taktische Pausen angeht – eine Stunde hier, eine Stunde dort – können wir die Umstände prüfen, um humanitäre Güter hineinzubringen und einzelne Geiseln herauszubringen. Aber ich glaube nicht, dass es eine generelle Feuerpause geben wird.
Benjamin Netanjahu
Israels Regierungschef hatte sich zuvor mit US-Präsident Joe Biden telefonisch über zeitlich begrenzte Feuerpausen im Gaza-Krieg ausgetauscht. Sie hätten die Möglichkeit "taktischer Pausen" erörtert, um der Zivilbevölkerung die Möglichkeit zu geben, Kampfgebiete zu verlassen, um humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen bereitzustellen und um die Befreiung weiterer Geiseln zu ermöglichen. Das teilte das Weiße Haus laut der Deutschen Presse-Agentur mit.
Mindestens 240 Menschen – darunter auch US-Bürger:innen – befinden sich weiter in der Gewalt der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas. Netanjahu begründete ebenfalls, warum er eine allgemeine Waffenruhe ablehne. Diese würde ihm zufolge den Kriegszielen Israels entgegenstehen.
"Das würde unsere Bemühungen behindern, unsere Geiseln zu befreien, denn das Einzige, was diese Kriminellen der Hamas verstehen, ist der militärische Druck, den wir ausüben", sagte er im ABC-Interview.
Jordanien: Vertreibung von Palästinensern wäre "Kriegserklärung"
+++ 01:36 Uhr: Jordanien hat eine "rote Linie" im Nahost-Konflikt gezogen. Ursprünglich galt das Land als Vermittler im Gaza-Krieg – nun sind die Beziehungen des Landes zu Israel deutlich abgekühlt. Jegliche Versuche, Palästinenser:innen aus dem Gazastreifen oder dem Westjordanland zu vertreiben, werde Jordanien als "Kriegserklärung" betrachten.
Das kündigte der jordanische Ministerpräsident Bisher al-Khasawneh laut der staatlichen Nachrichtenagentur Petra an. Die "brutalen Angriffe auf Krankenwagen und humanitäre Hilfskräfte" im Gazastreifen widersprächen "dem Prinzip der Selbstverteidigung". Laut Al-Khasawneh seien alle Optionen auf dem Tisch.
"Wir bedauern die hetzerischen Stellungnahmen der jordanischen Führung", erklärte hingegen ein Sprecher des israelischen Außenministeriums. Er betonte, dass die Beziehungen Israels mit Jordanien von strategischer Bedeutung für beide Länder seien. Israel habe nicht die Absicht, der zivilen Bevölkerung zu schaden oder sie zu deportieren. Ziel sei es, die terroristische Infrastruktur der Hamas zu zerstören.
An diesem Samstag (11. November) soll es erneut einen "arabischen Gipfel" geben, um über die aktuelle Lage in Gaza zu beraten. Laut des jordanischen Premiers wird das Treffen in Saudi-Arabien stattfinden.
- Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa